Landbezogene Treibhausgas-Emissionen transparent ausweisen
Unternehmen mit landbezogenen Emissionen stehen vor einer besonderen Herausforderung: Emissionen aus Forstwirtschaft, Landnutzung und Landwirtschaft folgen einer anderen Logik als klassische Energie- und Industrieemissionen.
Genau dafür hat die Science Based Targets initiative (SBTi) den FLAG-Rahmen (Forest, Land and Agriculture) entwickelt. ESU-services unterstützt Sie dabei, diese Emissionskategorien transparent, nachvollziehbar und methodisch sauber in Ihrer Treibhausgasbilanz auszuweisen. Dabei können LUC (Land Use Change), biogenes CO₂ und weitere Treibhausgasemissionen im primären Sektor getrennt dargestellt und für die Weiterverarbeitung in SimaPro aufbereitet werden.
Warum FLAG für Unternehmen relevant ist

Der FLAG-Rahmen (Forest, Land and Agriculture) der Science Based Targets initiative (SBTi) FLAG (Forest, Land and Agriculture) soll Unternehmen dabei helfen, wissenschaftlich fundierte Ziele für die Verringerung der landbezogenen Treibhausgasemissionen festzulegen.
Die SBTi behandelt Emissionen aus Forest, Land and Agriculture (FLAG) in einem eigenen Rahmen, weil landbezogene Emissionen und Kohlenstoffflüsse methodisch anders zu betrachten sind als Emissionen aus Energieeinsatz oder industriellen Prozessen. Für Unternehmen in landintensiven Wertschöpfungsketten ist diese Differenzierung wichtig, um Reduktionsziele konsistent abzuleiten und relevante Emissionsquellen nicht pauschal in allgemeinen Scope-3-Kategorien zusammenzufassen. Die SBTi stellt dafür eigene Guidance, Tools und Ressourcen zur Verfügung.
In der Praxis bedeutet das: Wer mit landwirtschaftlichen Rohstoffen, Biomasse, Holz, Papier, Lebensmitteln oder anderen landbezogenen Vorleistungen arbeitet, muss häufig genauer hinschauen, woher Emissionen stammen, wie sie auszuweisen sind und welche Kategorien getrennt betrachtet werden sollten. Eine strukturierte Datenbasis schafft hier Klarheit – sowohl für die interne Bilanzierung als auch für die spätere Verwendung im Kontext von Zielsetzung, Reporting und Entscheidungsfindung.
Wann FLAG besonders relevant wird
FLAG ist insbesondere für Unternehmen relevant, deren Aktivitäten oder Lieferketten einen deutlichen Bezug zu Landnutzung, Forstwirtschaft oder Landwirtschaft haben. Die SBTi adressiert damit ausdrücklich Unternehmen in landintensiven Sektoren und Wertschöpfungsketten. Dazu gehören beispielsweise Bereiche wie Lebensmittel, Agrarrohstoffe, Holz- und Faserprodukte oder andere Systeme mit relevanten Emissionen aus Landnutzungsänderung und biogenen Kohlenstoffflüssen.
Auch wenn das Thema nicht immer im Zentrum der ersten Treibhausgasbilanz steht, gewinnt es schnell an Bedeutung, sobald Emissionen aus Rohstoffherkunft, Flächenbezug oder primärer Produktion differenzierter ausgewertet werden sollen. Genau an diesem Punkt ist eine getrennte Darstellung von FLAG-relevanten Emissionskategorien hilfreich – nicht nur für die Einordnung, sondern auch für die methodische Konsistenz der gesamten Bilanzierung.
Unser Angebot: Aufschlüsselung von FLAG-relevanten Emissionskategorien
Wie beim Ansatz für die Emissionskategorien Scope 1-3 kann ESU eine Aufschlüsselung der verschiedenen Emissionskategorien gemäß den FLAG-Richtlinien anbieten. Für den Treibhausgasfussabdruck werden die Kategorien LUC (land use change), biogenes CO2, und andere Treibhausgasemissionen im primären Sektor dann getrennt ausgewiesen. Kontaktieren Sie uns direkt, um ein Angebot zu erhalten.
ESU-services bietet – analog zur Strukturierung von Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Daten – auch eine Aufschlüsselung der verschiedenen Emissionskategorien gemäss FLAG-Richtlinien an. Für den Treibhausgasfussabdruck können dabei insbesondere folgende Kategorien getrennt ausgewiesen werden:
- LUC (Land Use Change / Landnutzungsänderung)
- biogenes CO₂
- weitere Treibhausgasemissionen im primären Sektor
Die aufbereiteten Daten werden in einer Form bereitgestellt, die sich in bestehende Modellierungs- und Bilanzierungsprozesse integrieren lässt. Wie bei den übrigen ESU-Datenangeboten liegt der Fokus dabei nicht auf allgemeiner Klimakommunikation, sondern auf einer methodisch belastbaren und anwendbaren Datenstruktur für die praktische Nutzung in der Bilanzierung.
Warum die getrennte Ausweisung sinnvoll ist
Landbezogene Emissionen sind häufig komplexer als klassische Energie- oder Prozessdaten. Emissionen aus Landnutzungsänderung, biogenen Kohlenstoffströmen oder landwirtschaftlichen Produktionssystemen folgen eigenen methodischen Anforderungen und sollten deshalb nicht einfach mit anderen Emissionsarten vermischt werden. Die SBTi unterstreicht diese Besonderheit durch einen eigenen FLAG-Rahmen mit separater Guidance und spezifischen Anforderungen für die Zielsetzung.
Eine getrennte Ausweisung schafft deshalb mehrere Vorteile:
Sie verbessert die Nachvollziehbarkeit der Bilanzierung, erhöht die Transparenz gegenüber internen und externen Stakeholdern und erleichtert die Weiterverwendung der Daten in SBTi-bezogenen Analysen, Reduktionspfaden oder internen Priorisierungsschritten. Für Unternehmen mit relevanten Rohstoff- oder Flächenbezügen ist das oft ein wichtiger Schritt, um die Bilanz methodisch robuster aufzubauen.
Was Sie von ESU erhalten
Mit ESU-services erhalten Sie eine fachlich fundierte Datenaufbereitung für FLAG-relevante Emissionen. Je nach Fragestellung kann das Angebot folgende Elemente umfassen:
- strukturierte Ausweisung von LUC, biogenem CO₂ und weiteren Emissionen im primären Sektor,
- Aufbereitung der Daten für die Weiterverwendung in SimaPro,
- methodisch saubere Trennung von Kategorien,
- sowie eine belastbare Grundlage für weiterführende Emissionsanalysen und Zielsetzungsprozesse.
Damit eignet sich das Angebot besonders für Unternehmen und Teams, die keine grobe Näherung, sondern eine differenzierte Datenbasis benötigen – sei es für interne Analysen, für eine konsistente THG-Bilanz oder als Baustein im Zusammenhang mit Science Based Targets.
So läuft die Zusammenarbeit typischerweise ab
1. Einordnung des Bedarfs
Im ersten Schritt klären wir, welche Rolle FLAG-relevante Emissionen in Ihrer Bilanzierung spielen. Dabei geht es unter anderem um die Frage, welche Datensätze betroffen sind, welche Kategorien benötigt werden und wie die Ergebnisse später weiterverwendet werden sollen.
2. Definition der Datenstruktur
Anschliessend wird festgelegt, welche Emissionskategorien separat ausgewiesen werden sollen – etwa LUC, biogenes CO₂ oder weitere Emissionen aus dem primären Sektor. Ziel ist eine Struktur, die zu Ihrer Anwendung passt und gleichzeitig methodisch nachvollziehbar bleibt.
3. Aufbereitung der Daten
Die relevanten Daten werden in einer geeigneten Form aufbereitet und für die Nutzung in SimaPro bereitgestellt. Damit lassen sich FLAG-relevante Emissionen konsistent in bestehende Bilanzierungs- oder Modellierungsprozesse integrieren.
4. Nutzung in Ihrer Bilanzierung
Die strukturierten Ergebnisse können im Anschluss in Ihre THG-Bilanzierung, Ihre interne Auswertung oder in weiterführende Arbeiten im Kontext von SBTi eingebunden werden. Auf diese Weise entsteht eine klarere Trennung landbezogener Emissionen innerhalb des Gesamtsystems.
Für wen ist dieses Angebot geeignet?
Das Angebot richtet sich insbesondere an Unternehmen, die mit landintensiven Rohstoffen oder Lieferketten arbeiten und ihre Emissionsdaten genauer strukturieren möchten. Typische Anwendungsfälle sind etwa Bilanzierungen mit Bezug zu Agrarprodukten, Biomasse, Holz, Papier, Faserstoffen oder anderen Vorleistungen mit relevanten Landnutzungs- oder biogenen Emissionsanteilen.
Ebenso geeignet ist das Angebot für Teams, die mit LCA-Methodik, SimaPro oder strukturierten Sachbilanzdaten arbeiten und ihre Treibhausgasdaten so aufbereiten möchten, dass landbezogene Kategorien nicht nur enthalten, sondern auch klar unterscheidbar sind.
Zusammenhang mit Scope 1–3 und SBTi
FLAG ersetzt die klassische Einteilung in Scope 1, 2 und 3 nicht, sondern ergänzt sie dort, wo landbezogene Emissionen besonders relevant sind. Während Scope 1–3 die grundlegende Struktur der Unternehmensbilanzierung bilden, schafft FLAG eine zusätzliche Differenzierung für Emissionen aus Forest, Land and Agriculture. Gerade deshalb ist es sinnvoll, beide Ebenen nicht zu vermischen, sondern in der Datenstruktur klar zu trennen.
Wenn Sie neben FLAG auch Unterstützung bei der Strukturierung Ihrer Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Daten benötigen, finden Sie auf unserer separaten SBTi-/Scope-Seite weitere Informationen.
Warum ESU-services
ESU-services steht für eine methodisch saubere Arbeit mit Sachbilanzdaten. Genau das ist bei FLAG besonders wichtig: Nicht allgemeine Aussagen, sondern die Qualität der Datenstruktur entscheidet darüber, ob landbezogene Emissionen nachvollziehbar und konsistent ausgewiesen werden können. Das bestehende ESU-Angebot baut genau darauf auf: strukturierte Daten, klare Kategorien und eine Aufbereitung, die sich in bestehende LCA- und Bilanzierungsprozesse einfügt.
Für Unternehmen, die bei FLAG nicht nur „auch etwas dazu sagen“, sondern die Datenbasis sauber aufsetzen wollen, ist das ein praktischer Vorteil. Die Stärke von ESU liegt dabei vor allem in der inhaltlichen Tiefe der Datenaufbereitung und der Anschlussfähigkeit an etablierte Anwendungen wie SimaPro.
Sie möchten landbezogene Emissionen in Ihrer Treibhausgasbilanz klarer strukturieren oder FLAG-relevante Kategorien gezielt aufschlüsseln lassen?
Sprechen Sie mit uns über Ihren Datenbedarf.
FAQ zu FLAG-Emissionen
Was bedeutet FLAG?
FLAG steht für Forest, Land and Agriculture. Die Science Based Targets initiative (SBTi) hat dafür einen eigenen Rahmen entwickelt, um landbezogene Emissionen und entsprechende Zielsetzungen konsistent zu behandeln.
Wann ist FLAG für Unternehmen relevant?
FLAG ist besonders relevant für Unternehmen mit landintensiven Sektoren oder Wertschöpfungsketten, zum Beispiel bei Rohstoffen oder Produkten mit Bezug zu Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Landnutzung.
Welche Emissionskategorien kann ESU getrennt ausweisen?
ESU-services kann für den Treibhausgasfussabdruck insbesondere LUC (Land Use Change), biogenes CO₂ und weitere Treibhausgasemissionen im primären Sektor getrennt darstellen.
In welchem Format werden die Daten bereitgestellt?
Die Daten werden in einer Form aufbereitet, die sich für die Nutzung in SimaPro eignet und in bestehende Bilanzierungs- und Modellierungsprozesse integriert werden kann.
Ist FLAG dasselbe wie Scope 3?
Nein. FLAG ist kein Ersatz für die Scope-Logik nach GHG Protocol, sondern ein zusätzlicher Rahmen für landbezogene Emissionen innerhalb relevanter Wertschöpfungsketten. Deshalb ist es sinnvoll, FLAG-relevante Emissionen separat und transparent auszuweisen.